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Nur wenigen Kranken kann unser Verein in Deutschland helfen: hier ist zwar die medizinische Versorgung immer noch besser als in Rumänien, aber auch viel teurer. Manchmal wäre es auch auf Grund der sozialen Bedingungen gar nicht möglich, so zu helfen, wie man möchte, so auch bei Ana-Maria Füstes:
Vor über zehn Jahren war sie noch bei einer Firma im rumänischen Beclean, in der Plastik-Granulat hergestellt wird, beschäftigt.
Dort kam es zu einem Arbeitsunfall, bei dem sie den linken Arm ganz verlor, am rechten nur vier verkrüppelte Finger übrigblieben (siehe Bild).
Außerdem leidet die immerhin noch als Kuhhirtin tätige Frau, die 3 Söhne hat, die sich um sie kümmern sollten, noch an wiederkehrenden Unterschenkel-Geschwüren. Der Ehemann, ein früherer Schäfer, ist vor Jahren auf der Weide tot aufgefunden worden. Ein Sohn, der als Elektriker tätig war, ist ebenfalls - durch einen Stromschlag, bei dem ein Arm schwer verletzt wurde - gelähmt. Einer hat gelegentlich Arbeit als Totengräber. Alle drei haben aber wohl Alkoholprobleme.
Zusammen mit Dolmetscher Victor Pascu und Nelu Pop (ein langjähriger Helfer aus Beclean) besuchte Dr. Mauch die alte Frau: Holz für den Winter sollte organisiert werden. Letzten Winter hatten wir Angst, Ana-Maria würde erfrieren!
Dank der Bemühungen des dortigen Mitarbeiters Nelu Pop, dem Leiter der Stiftung "Heiliger Nikolaus", gelang es mit Geldern der Rumänienhilfe Mintraching Ana-Maria mehrfach operieren zu lassen. Insgesamt waren vier Krankenhaus-Aufenthalte nötig: zuerst musste das Unterschenkel-Geschwür abgeheilt werden, um die zukünftigen Operationen nicht mit einem zusätzlichen Infektionsrisiko zu belasten. Dann wurde der rechte Zeigefinger "umgestellt". Dies war natürlich äußerst schwierig, weil ja ein großer Teil der Muskulatur ebenfalls "herausgerissen" worden war.
Dem früheren Vorsitzenden und praktischen Arzt Dr. Mauch schien das Ergebnis mäßig gelungen, wenn man sieht, dass auch dieser umgestellte - jetzt als Daumen fungierende Zeigefinger eingesteift ist. Ana selbst sieht das jedoch ganz anders: sie kann wieder einen Becher halten, die Schuhe selber anziehen, tut sich beim Feuer machen und Licht anzünden leichter (natürlich gibt es weder Strom noch Wasser; dieses zieht sie mit Hilfe einer Astgabel mit einem Kübel aus dem vor dem Haus befindlichen Brunnen).
Die Petroleum-Lampe "schaltet sie folgendermaßen ein": sie schüttelt mit ihrer rechten Hand Zündhölzer aus der Schachtel auf den Tisch, klemmt die Schachtel senkrecht zwischen die Oberschenkel, reißt das Zündholz beim 2. oder 3. Mal an und zündet dann die Lampe an.
Ein Altenheim gäbe es schon in der Umgebung, ein schönes sogar, das erst vor kurzem gebaut worden ist. Aber dort will sie (noch) nicht hin:
Zu Hause sei eben zu Hause!
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